Gholam Ghanizadeh

wurde 1956  im  Iran  in  Shiraz  geboren. Shiraz  gilt  als Symbol der  persischen Kulturgeschichte.  Aufgewachsen  ist  er  dor t in  der geistigen Nachbarschaft mit dem Dichter Hafez.
1978  kam er nach  Münster zum  Studium der  Soziologie.  In den  80er  Jahren spielte  und   inszenierte  er  Theaterstücke,  welche  regelmäßig   zum  iranischen Neujahrsfest  aufgeführt wurden. Darüber  hinaus lag ihm  immer die  Vermittlung zwischen  den unterschiedlichen   Kulturen,   zwischen   Orient   und   Okzident    am Herzen. 
So  gründetet  er  die Kunst- und Kulturgruppe  Shiraz in Münster, die sich durch die Präsentationen persischer Kulturevents einen Namen gemacht hat:

   1998 das neuntägige persische Theaterfestival
   1999 das Stück Barfuss, nackt, Herz in der Hand
   2001 zwei klassische Konzerte des Ensembles Raz O Niaz
   2002 Auftritt des Ensembles Dastan mit der berühmten Sängerin Parissa
   2003 Auftritt des Ensembles Raz O Niaz
   und viele mehr…

Neben Theater und Musik entdeckte Gholam Ghanizadeh die Malerei als sein persönliches Ausdrucksmittel. 
Seine Werke wurden mehrfach in Münster ausgestellt:

   2002 im März in der ESG
   2003 im Juni im Lukas Gemeindezentrum
   und vor wenigen Wochen im Picknickpark.

Aber   immer   lag   ihm die  Lyrik am Herzen,  als ein  besonderes Mittel, seinen Seelenzustand fern der Heimat auszudrücken. Seine Poesie ist dabei keine streng formale  Lyrik.  Das  fixierte  Gedicht  ist  eher ein  Art  Stichwortsammlung; das vorgetragene Gedicht fährt an ihr entlang, und spontan wird darüber improvisiert. Wichtig  ist  die Melodie  der  Sprache,  die  innerhalb  der  spontanen  Situation variiert wird.  Dabei zeigt sich die Verwandtschaft mit der persichen Kunstmusik, in der  Improvisation  und  Komposition  gleichrangig sind und sich Komposition, Dichtung,  Gesang,  und  Instrumente  in  immer  wieder  neuer  Improvisation zu einmaliger Einheit verbinden.
  • Dass Du nicht enden kannst, das macht Dich groß.
  • Und das Du nie beginnst, das ist Dein Los.
  • Dein Lied ist drehend wie das Sterngewölbe,
  • Anfang und Ende immerfort dasselbe.
  • Und was die Mitte bringt, ist offenbar,
  • das was zu Ende bleibt und Anfangs war.


Dies sind die Worte von Johann Wolfgang von Goethe an den persischen Dichter Hafez. Sie symbolisieren die enge Verbindung von Orient und Okzident, die auch Gholam Ghanizadeh am Herzen liegt.

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